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11. Oktober 2019 - Der Literaturnobelpreis geht an Peter Handke

Publié par Cécilia Fernandez le 11/10/2019

Literaturnobelpreis für Peter Handke stößt auf zwiespältige Reaktionen

Sabine Peschel (Deutsche Welle, 10/10/2019)

Beide Preise blieben in Europa. Eine Absage an Political Correctness sehen Kritiker in der Auszeichnung von Peter Handke. Manche loben ihn als großen Autor, andere reagieren mit Entsetzen.

Es ist eine sehr lange Liste. 95 Werke von Peter Handke führt das Nobelpreiskomitee unter den biografischen Angaben zum Preisträger des Jahres 2019 auf. Bücher, die der Österreicher seit seinem 24. Lebensjahr veröffentlicht hat. Der Erstlingsroman Die Hornissen, erschienen 1966 bei Suhrkamp, machte ihn noch nicht international bekannt. Aber schon Die Publikumsbeschimpfung und andere Sprechstücke, noch im selben Jahr veröffentlicht, etablierte ihn als einen nicht übersehbaren, oft gefeierten Schriftsteller und viel gespielten Theaterautor. Dem jetzt, im Alter von 76 Jahren, mit dem Literaturnobelpreis die höchste Ehrung zu Füßen gelegt wird, die die Literaturwelt zu vergeben hat.

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Der bessere Feind

Volker Weidermann (Spiegel Online, 10/10/2019)

Peter Handke bekommt den Literaturnobelpreis 2019 - trotz aller Verklärungen, trotz aller Gegner, die sich der Österreicher gemacht hat. Er hat ihn sich verdient mit seinem wahrhaftigen Werk. Eine Gratulation.

Den hat er sich jetzt echt erwandert, erschrieben und erkämpft, den Preis. Der Österreicher Peter Handke, seit über 50 Jahren schreibt und schreibt und wandert er, immer auf der Suche nach der "wahren Empfindung", dem einen Wort, das die Welt neu beschreibt.

Während der Jugoslawienkriege, als er sich entschlossen auf die Seite der Serben stellte, hat er es, so schien es, mit der ganzen westlichen Welt aufgenommen, mit den Journalisten vor allem, seinen Lieblingsfeinden. "Ihr alle glaubt zu wissen, was die Wahrheit ist?", schrieb er den Berichterstattern entgegen. Und setzte seine selbst beobachtete und seine empfundene Wahrheit dagegen.

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Nobelpreis für Literatur geht an Peter Handke

red / APA (Der Standart, 10/10/2019)

Die Schwedische Akademie zeichnet den österreichischen Autor und für das Vorjahr die Polin Olga Tokarczuk aus.

Zum ersten Mal in seiner Geschichte wird der Nobelpreis für Literatur heuer zweimal für die Jahre 2018 und 2019 vergeben. Der Österreicher Peter Handke war schon länger unter den für die Auszeichnung Gehandelten, ihm wurden wegen seines umstrittenen pro-serbischen Engagements in der Vergangenheit aber wenig Chancen eingeräumt. Laut dem Vorsitzenden des Nobelkomitees der Akademie, Anders Olsson, war Handke beim Anruf der Juroren zu Hause. "Er war sehr, sehr gerührt. Erst hat er kaum ein Wort herausbekommen", so Olsson. Dann habe Handke auf Deutsch gefragt: "Ist das wahr?"

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Der Schamane aus Chaville

Gregor Dotzauer (der Tagesspiegel, 10/10/2019)

Schreiben, um die Sprache hinter sich zu lassen: Peter Handke sucht in seiner Literatur nach dem sanften Gesetz.

Ein weltberühmter Autor, den nur noch Eingeweihte lesen. Ein Heiliger Franziskus aus der Pariser Vorstadt, der mit den Bienen und Pilzen spricht. Der eremitische Fürst eines Friedens, der den geliebten Bleistift zornesrot in einen tödlichen Speer verwandeln kann.

Ein großer Wanderer, der am Wegesrand bei Tag mystische Dingkonstellationen erkennt, deren Kraft sich auch auf den Leser überträgt. Und ein Visionär, der seine einzigartige Divinationsfähigkeit sofort verliert, wenn er sich über das Tatsächliche erhebt und Gegenwelten einklagt, wo ein klares, von jedem überprüfbares Urteil über die Wirklichkeit gefordert ist.

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Mit Sprache hat alles zu tun

Ulrich Rüdenauer (Zeit Online, 10/10/2019)

Peter Handke provozierte die Gruppe 47 und die Feuilletons sowieso. Politisch wollte er nie sein, nur poetisch. Er ist ein verdienter Literaturnobelpreisträger.

Im Jahr 1975 drehte der Fernsehjournalist Georg Stefan Troller einen Dokumentarfilm über den damals 33-jährigen Peter Handke. Der lebte zu dieser Zeit in Paris, zusammen mit seiner sechsjährigen Tochter Amina. Die Erzählung über den Freitod seiner Mutter – Wunschloses Unglück – hatte ihn in diesem Jahrzehnt, in dem man sich von einigen Utopien verabschiedete, endgültig berühmt gemacht. Zusammen mit seinem Freund Wim Wenders war der Film Falsche Bewegung entstanden, der gerade in den Kinos lief, eine Wilhelm-Meister-Paraphrase. Zumindest in Deutschland wurde der junge Autor wie ein Popstar verehrt. In allen Genres feierte er Erfolge: als Dramatiker ebenso wie als Romancier, als Lyriker wie als Essayist.

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Der Literaturnobelpreisträger Peter Handke: Ein literarischer Seher unter Blinden

Paul Jandl (Neue Zürcher Zeitung, 10/10/2019)

Zur grossen Überraschung vieler hat die Schwedische Akademie Peter Handke neben Olga Tokarczuk einen Nobelpreis verliehen. Der österreichische Schriftsteller ist literarisch eine unumstrittene Wahl, politisch hingegen ganz und gar nicht.

Die Menschen wolle er so beschreiben, wie man sie abends in vorbeifahrenden Strassenbahnen und Bussen sehe, hat Peter Handke einmal gesagt. Im Schein des Lichts, und dahinter die Dunkelheit. Als «Volk der Silhouetten» sind die Menschen dem Dichter nah und einem Einzelgänger wie Handke gerade noch fern genug.

Es kann sein, dass es diese empathische Menschenferne des österreichischen Schriftstellers ist, die auch zu seinen politischen Ungereimtheiten geführt hat. Zu jenen Unschärfen während der Jugoslawien-Kriege, als er mit Tätern und Kriegsverbrechern sympathisierte. Für einige Zeit schien sich der 1942 geborene Autor damit aus dem Rennen um den Literaturnobelpreis gebracht zu haben, aber er blieb immer ein Kandidat. Der Aussenseiter der Innenwelt.

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