Schlusswort

Publié par MDURAN02 le 06/03/2009
Zusammenfassend lässt somit Lindgrens Figur der Pippi durch ihre kontinuierlichen Transgressionen zwar die performative und nicht im binären Schema fest verortbare Beziehung zwischen Geschlecht, geschlechtlich bestimmter Identität und deren Darstellungsform deutlich werden; auf der anderen Seite ist diese Fähigkeit zur Überschreitung kultureller Normen aber auf die Hauptfigur und die Phase der Kindheit beschränkt. Pippi erscheint somit vor allem als ein einzigartiges, phantastisches, gerade aufgrund seiner Nichteinordbarkeit in die binäre Geschlechtermatrix Faszination ausübendes Wesen, das aber eben nicht als nachahmenswertes "Ideal" für die ganze Gesellschaft propagiert wird, wie dies etwa im postmodernen Kontext bisweilen von Vertretern der Gender Studies "als neues Modell einer zeitlich unbefristeten Existenzform [...], das allein die Zwänge des binären Systems aufbrechen könne" (Lehnert, 1996, S. 9) geschieht. Die Figur der Pippi beweist allerdings durch ihre enorme (inner- wie extratextuelle) beängstigende bzw. auch heute noch faszinierende Wirkung auf Kinder und Erwachsene im Grunde das prinzipiell vorhandene Potential der in diesem Fall kinderliterarisch realisierten, von Butler geforderten Transgression von vermeintlich natürlich gegebenen Geschlechternormen, um die individuelle wie kulturelle (Selbst-) Täuschung und die dauernde Imitation eines nur scheinbar vorhandenen Originals aufzuzeigen.

Document pour la classe

Document d'accompagnement pour la classe : analyse d'un extrait de Pippi Langstrumpf.

Pour aller plus loin Pippi Langstrumpf

Bibliographie commentée http://efraimstochter.de Interaktive, pädagogisch und inhaltlich interessant aufbereitete Seite über Pippi Langstrumpf im internationalen Kontext. Für den Einsatz im Unterricht geeignet. http://www.goethe.de Sehr ausführliche Sonderseiten zum 100. Geburtstag von Astrid Lindgren mit Zusatzmaterial und weiterführenden Links. 

Was sind Gender Studies?

www.goethe.de www.uni-regensburg.de Ausgewählte Literatur zu verschiedenen Bereichen der Gender Studies.

Judith Butler

Professeur à l'Université de Californie à Berkeley : rhetoric.berkeley.edu Professeur à l'European Graduate School, biographie et bibliographie : www.egs.edu La réception de Judith Butler en France : revue sciences humaines Texte de la conférence de Judith Butler donnée le 25 mai 2004 à l'Université de Paris X-Nanterre et intitulée "Faire et défaire le genre (undoing gender)" sur le site de la revue Multitudes : multitudes.samizdat.net/Faire-et-defaire-le-genre

Vidéo colloque

Vidéo du colloque international "Questions à Judith Butler" (Poitiers, 13 et 14 mars 2008): spip.univ-poitiers.fr
Pour citer cette ressource :

"Schlusswort", La Clé des Langues [en ligne], Lyon, ENS de LYON/DGESCO (ISSN 2107-7029), mars 2009. Consulté le 19/09/2019. URL: http://cle.ens-lyon.fr/allemand/litterature/mouvements-et-genres-litteraires/jeunesse-et-contes/schlusswort