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27. Mai 2021 - Drei Religionen unter einem Dach : Berlin baut Gotteshaus "House of One"

Publié par Cécilia Fernandez le 27/05/2021

Friedenssymbol „House of One“ sorgt für Zwist

Malte Lehming (der Tagesspiegel, 26/05/2021)

Christen, Muslime, Juden, alle gemeinsam – das ist die Idee des „House of One“. Doch noch ehe der Bau richtig begonnen hat, gibt es Zerwürfnisse.

An diesem Abend im Mai geht die Sonne in Berlin um 20 Uhr 55 unter. Pünktlich hört es auf zu nieseln. Imam Osman Örs, ein dunkelhaariger Mann mit weißer Kopfbedeckung, begrüßt die Gäste: „Das Fastenbrechen ist erst wirklich schön, wenn man es teilen darf“, sagt er. Gott habe die Menschen in Verschiedenheit und Vielfalt geschaffen. Zu seinem Willen gehöre es, dass sie einander kennenlernen und wertschätzen.

„Alle Religionen kennen das Fasten“, schließt ein zweiter Mann an, es ist Gregor Hohberg, hochgewachsen mit runder Brille, evangelischer Pfarrer der Gemeinde St. Petri – St. Marien in Mitte. „Es macht uns innerlich frei für die Verbindung zu Gott.“ Dann stimmt Kantorin Esther Hirsch von der jüdischen Synagogen-Gemeinde „Sukkat Schalom“ einen hebräischen Kanon an: „Hine ma tov“, ein Text aus dem 133. Psalm. Übersetzt in etwa: „Siehe, wie fein und lieblich ist es, wenn Schwestern und Brüder einträchtig beieinander wohnen.“ Die Tafel ist gedeckt, Heizpilze wärmen die Körper. Nur noch wenige Minuten. Alle Menschen werden Brüder.

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"Man muss auch an Wunder glauben!"

Interview von Evelyn Finger (Zeit Online, 26/05/2021)

Der Rabbiner Andreas Nachama über Deutschlands spektakulärstes Gotteshaus: Das House of One soll Synagoge, Moschee und Kirche vereinen – und zeigen, wie Frieden funktioniert. Diese Woche ist Grundsteinlegung in Berlin.

DIE ZEIT: Herr Rabbiner, wir möchten von Ihnen wissen, warum das Befrieden von Konflikten so schwierig ist. Bitte geben Sie uns doch ein Beispiel, womit Sie selbst als Friedensstifter gescheitert sind – und was Sie daraus gelernt haben.

Andreas Nachama: Vor dem Mauerfall war ich Militärseelsorger für die US-Armee in Berlin. Als die Amerikaner 1994 abzogen, wollten wir das Haus Chaplain Center, in dem unter einem Dach zwei Kirchen und eine Synagoge waren, gemeinsam mit den katholischen Kollegen weiterbetreiben. Das scheiterte aber, weil wir uns mit der Kirche nicht einigen konnten. Unsere konservativen katholischen Partner, die wohl zum Teil mit den Pius-Brüdern verbandelt waren, standen mit dem Fuß auf der Bremse und hatten auch noch die Handbremse angezogen. Im Nachhinein weiß ich immer noch nicht, was wir von jüdischer Seite hätten besser machen können. Aber ich habe gelernt: Einigkeit lässt sich nicht erzwingen.

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Berlin: Grundsteinlegung für "House of One" der Religionen

Christoph Strack (Deutsche Welle, 27/05/2021)

Trotz aller Konflikte und gegen alle Vorurteile: Christen, Juden und Muslime bauen mitten in Berlin an einem gemeinsamen Haus ihrer Religionen. Ein weltweit einzigartiges Projekt.

Noch wirkt es wie eine Trümmerlandschaft im Herzen Berlins. Da ist die benachbarte sechsspurige Straße, an der derzeit gebaut wird. Gleich nebenan wächst ein Ausstellungsbau zu den Anfängen der Stadt Berlin aus dem Boden. Und auf der anderen Seite des Grundstücks verbreiten leerstehende DDR-Bürogebäude und Brachflächen ihren ganz eigenen Charme.

Trotzdem: Es ist eine Ortslage im Zentrum Berlins, nur Gehminuten vom Humboldtforum und vom Auswärtigen Amt entfernt. An diesem Donnerstag wurde hier der Grundstein gelegt für ein weltweit beachtetes Religionsprojekt. Christen, Juden und Muslime bauen ein "House of One", ein gemeinsames Haus der drei monotheistischen Religionen. Nicht, weil sie von irgendjemandem "oben" in Staat oder Religion dazu den Auftrag bekommen haben. Sondern weil einige vor zwölf Jahren diesen Traum hatten. Und seitdem an der Umsetzung arbeiten.

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„House of One“: Berlin baut ein Gotteshaus für Juden, Christen und Muslime

Dominik Bardow (Berliner Zeitung, 27/05/2021)

Die Hauptstadt bekommt ein Wahrzeichen für Toleranz: Ein 46 Meter hohes Backsteingebäude entsteht am Petriplatz, dort, wo auch die Wurzeln Berlins liegen.

Berlin - Der Grundstein des „House of One“ sah aus wie ein Altar. Hinter dem Betonquader sagte der Rabbiner Walter Homolka: „Dieser Stein werde ein Gotteshaus.“ Neben ihm sagte der Muslim Ercan Karakoyun: „Unter diesem Dach werden drei Religionen friedlich wohnen.“ Und Bischof Christian Stäblein sagte: „Es soll zum Frieden in der Welt beitragen.“ Und fragte: „Wann, wenn nicht jetzt?“

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