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23. September 2016 - Das Oktoberfest 2016

Publié par Cécilia Fernandez le 23/09/2016
Der Exzess, den München dringend braucht
Oliver Klasen (SZ)
23. September 2016

Das ausschweifende Feiern auf der Wiesn ist für München fast so wichtig wie das Granteln und die A-bisserl-was-geht-immer-Haltung. Es bringt das nötige Chaos in die sonst so saubere, beherrschte Stadt.


Bis vor einigen Jahren hatte der Exzess einen eigenen Raum in München, ein Refugium, das praktischerweise den gleichen Namen trug wie er selbst und in dem er sich das ganze Jahr austoben durfte. In die Bar, vielleicht sechs mal sechs Meter groß, quetschten sich so absurd viele Menschen, dass selbst schwer Besoffene nicht umfielen. Halbseidene und Hallodris, Draufgänger und Durchgeknallte, Glücksuchende und Gestrandete - sie alle waren Teil einer Masse, anarchisch, durch nichts im Zaum zu halten, sogar die New York Times hat einmal anerkennend darüber geschrieben. Irgendwann war es den Anwohnern zu viel, der Wirt musste umziehen, doch die Magie ließ sich nicht an einen anderen Ort übertragen. Seitdem ist der Exzess in München heimatlos. Lediglich zwei Wochen im Jahr, während der Wiesn, wird ihm gnädigerweise Asyl gewährt.
Graue Suppe nach bester Hamburger Art
Doch das Asylrecht wurde verschärft, für den Exzess gelten erschwerte Bedingungen. Erstens ist heuer ein Zaun zu überwinden und eine Kette von Sicherheitsleuten, die darüber wachen, dass niemand Taschen auf das Festgelände bringt, in die mehr als drei Milchtüten passen. Zweitens war das Wetter in den ersten Wiesntagen ausgemacht greislig - graue Suppe nach bester Hamburger Art, höchstens 16 Grad, andauernder Regen.
Doch der Exzess hat sich davon nicht beeindrucken lassen. Wie jedes Jahr hat er langsam Besitz ergriffen von der Masse, auch wenn die Masse diesmal etwas kleiner war als sonst während des Oktoberfestes. Stichprobe im Hacker-Zelt, abends um halb neun: Die Bedienung benutzt die Krüge, die sie vor sich herträgt, als Rammbock, um sich einen Weg durch die Menge zu bahnen. Menschenreihen auf Bierbänken, Menschentrauben davor, Zusammengesunkene, die unterschätzt haben, wie stark das Bier ist. Frauen in geschmackvollen Dirndln, Frauen in billigen Dirndln, Männer in edlen Lederhosen, Männer in fürchterlichen Lederhosen. Schatzi schenk mir ein Foto. Komm' hol das Lasso raus. Atemlos durch die Nacht.


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Das Bier, das teurer und beliebter wird

Lara Müller (FAZ)
19. September 2016

Eine Bank hat einen Index für die Preissteigerung auf dem Oktoberfest berechnet. Der zeigt: Der rasante Preisanstieg hält die Besucher kein bisschen vom Trinken ab.

Die Grundannahme vieler ökonomischer Modell lautet: Die Nachfrage nach einem Gut steigt, wenn es günstiger wird. Wird ein Produkt teurer, kaufen die Leute weniger davon. Logisch. Aber wie bei fast allem im Leben bestätigen Ausnahmen die Regel. Im Fall der Ökonomen heißen sie: „Giffen-Güter“.
Sie wurden nach dem schottischen Ökonomen Robert Giffen benannt und sind außerhalb von Wirtschaftsvorlesungen nicht sonderlich bekannt. Als Erklär-Beispiel wird oft die Brotnachfrage der ärmeren Gesellschaft im England des 19. Jahrhunderts heran gezogen. Die italienische Großbank Unicredit hat nun eine Analyse veröffentlicht, die VWL-Professoren ein paar aktuellere Beispiele an die Hand gibt: Oktoberfest-Preise.

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122 Ochsen, 500.000 Brathendl und 7,5 Millionen Maß
Axel Höpner (Handelsblatt Online)
16. September 2016

Am Samstag wird das 183. Münchener Oktoberfest eröffnet. Überschattet wird die Vorfreude in diesem Jahr von der Sorge um die Sicherheit. Doch beim traditionellen Wiesnrundgang ist die Stimmung demonstrativ gut.


München. In München sind derzeit alle um Normalität bemüht. Wiesn-Chef und Bürgermeister Josef Schmid hat die knielange Lederhosn angelegt, Haferlschuh, ein kariertes Hemd. Die Kapelle „Kaiserschmarrn“ spielt ein Eröffnungslied, dann beteuert Schmid: „Der Charakter des schönsten Volksfests der Welt ändert sich nicht.“

Man muss das betonen in diesen Tagen, denn schon beim Anmarsch merkt man, dass etwas anders ist. Erstmals ist das Festgelände von einem Zaun umschlossen. Ob das ein Mehr an Sicherheit bringt, ist in München umstritten.
Auch sind diesmal Rucksäcke und Taschen mit mehr als drei Litern Fassungsvermögen verboten. „Im Lichte der jüngsten Ereignisse, nach dem Amoklauf am OEZ und vor allem nach dem Bombenanschlag in Ansbach, haben wir das Konzept für die Wiesn auf den Prüfstand gestellt“, sagte Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle zur Begründung.

Beim Wiesn-Rundgang darf das Thema natürlich nicht fehlen. 450 Ordner habe man in diesem Jahr statt sonst 250 berichtet Schmid an einer Zwischenstation. Die meisten würden ihren Rucksack ja gleich daheim lassen. „Es kann zu Rückstauungen kommen, aber vorgesehen sind sie nicht.“ Im Übrigen gelte: „Es gibt bis zur Stunde keinerlei konkrete Hinweise auf irgendein Sicherheitsthema.“

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Im Waschdirndl auf die Wiesn

Axel Höpner (Handelsblatt Online)
17. September 2016

Der Trachten-Boom ist ungebrochen. Beim Start der Wiesn heute sind Dirndl und Lederhose für Jung und Alt Pflicht – ob nun vom Discounter oder handgeschneidert. Experten verraten, was heuer im Trend liegt.

 

München. Das Wiesn-Outfit lässt sich heute mit ein paar Mausklicks zusammenstellen. Bei Hugo Boss zum Beispiel gibt es in der Wiesn & Wasen Kollektion 2016 für rund 550 Euro eine kurze Lederhose mit dem wenig bayerisch klingenden Namen Nevik5.

In „softer Qualität“ und im „feschen Stil“, verspricht der Modekonzern. Dazu passend werden auch gleich Schuhe, Halstuch, Weste, Sakko und Hemd angeboten. In der Kombi kann man sich dann auch im Wiesnzelt von Feinkost-König Michael Käfer sehen lassen.
Der Trachtentrend auf dem Oktoberfest ist auch 2016 ungebrochen. Während sich vor einigen Jahrzehnten noch nur wenige Einheimische in Lederhose und Dirndl aufs Festgelände wagten, ist Tracht seit einiger Zeit für Jung und Alt Pflicht, egal ob vom Billigschneider aus Fernost oder von der Münchener Modemacherin Lola Paltinger, die begehrte Einzelstücke näht.

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L'Oktoberfest en chiffres

Pour citer cette ressource :

"23. September 2016 - Das Oktoberfest 2016", La Clé des Langues [en ligne], Lyon, ENS de LYON/DGESCO (ISSN 2107-7029), septembre 2016. Consulté le 05/12/2020. URL: http://cle.ens-lyon.fr/allemand/revue-de-presse/23-september-2016-das-oktoberfest-2016