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22. Januar 2019 - Unterzeichnung des Aachener Vertrags

Publié par Cécilia Fernandez le 22/01/2019

Ist das Elsass bald deutsch?

Michaela Wiegel (21/01/2019, FAZ)

Marine Le Pen und die „Gelbwesten“ machen in Frankreich mit Verschwörungstheorien Stimmung gegen den neuen deutsch-französischen Freundschaftsvertrag. Das Land stehe vor dem „Ausverkauf“ – die Regierung muss reagieren.

Mit der Behauptung, im Elsass und in Lothringen hätten bald wieder die Deutschen das Sagen, wird derzeit in Frankreich Stimmung gegen den neuen deutsch-französischen Freundschaftsvertrag gemacht. Vor der Unterzeichnung des Vertrags am Dienstag durch Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Aachen hat insbesondere die „Gelbwesten“-Bewegung via Facebook Verschwörungstheorien weiterverbreitet und Ängste vor einem „Ausverkauf“ Frankreichs durch Präsident Macron geschürt.

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Das steht im Aachener Vertrag

Michaela Wiegel und Johannes Leithäuser (22/01/2019, FAZ)

Erst kam die Aussöhnung, jetzt kommt die Arbeit: Der neue deutsch-französische Freundschaftsvertrag gilt nicht als visionärer Entwurf, aber als solide Grundlage.

Der Vorstoß zum Aachener Vertrag geht auf Emmanuel Macron zurück. Die Idee einer vertieften Freundschaft mit Deutschland war zwar zuvor schon durch die französische Debatte gegeistert. In seiner Rede an der Pariser Sorbonne-Universität im September 2017 machte Macron den neuen Freundschaftsvertrag jedoch zum Projekt seiner Amtszeit: „Ich schlage Deutschland in erster Linie eine neue Partnerschaft vor. Wir werden uns nicht immer in allen Dingen einig sein oder nicht immer sofort, aber wir werden über alles sprechen.“

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Darum ist der Aachener Vertrag eine große Chance

Gastbeitrag von Béatrice Angrand (22/01/2019, FAZ)

Mehr denn je ist die deutsch-französische Freundschaft auf gesellschaftliches Engagement angewiesen. Dafür muss der Aachener Vertrag konkrete Anreize schaffen. Ein Gastbeitrag der Generalsekretärin des Deutsch-Französischen Jugendwerks.

Vor über einem halben Jahrhundert legten Konrad Adenauer und Charles de Gaulle mit dem Élysée-Vertrag den Grundstein für ein friedliches und freundschaftliches Zusammenleben zwischen Deutschland und Frankreich – ein politisches Wunder nach zwei Weltkriegen mit Millionen Toten und inmitten des Kalten Krieges.

Doch selbst gute Freunde können sich auseinanderleben und etwa in Verteidigungs- oder Wirtschaftsfragen ist man sich dies- und jenseits des Rheins seit Jahren uneins. Die Neuauflage des Freundschaftsvertrags ist daher alles andere als nur symbolisch. Nur wenn es die Zusammenarbeit Deutschlands und Frankreichs zukunftssicher macht, kann Europa die gewaltigen Herausforderungen meistern, vor denen es steht.

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Was der "Vertrag von Aachen" verspricht

Milena Hassenkamp (22/01/2019, Spiegel Online)

Er galt als Motor der europäischen Einigung: Jetzt wollen Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron den Élysée-Vertrag in Aachen ergänzen. Was steht drin?

56 Jahre nach der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags wollen Deutschland und Frankreich ihre Beziehung ein wenig auffrischen. Am Dienstag unterzeichnen Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron im Krönungssaal des Aachener Rathauses den sogenannten Vertrag von Aachen. Noch am selben Tag soll das 16-seitige Papier von beiden Parlamenten ratifiziert werden. "Wir wollen Impulse für die europäische Einigung geben", erklärte Merkel am Wochenende. Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Was steht im Élysée-Vertrag?

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Deutschland und Frankreich wollen Europa wieder stärken

Tanja Kuchenbecker (22/01/2019, der Tagesspiegel)

56 Jahre nach dem Elysée-Vertrag besiegeln Angela Merkel und Emmanuel Macron am Dienstag einen neuen Freundschaftspakt. Martin Schulz geht das nicht weit genug.

56 Jahre nach Unterzeichnung des Elysée-Vertrages setzen Deutschland und Frankreich den nächsten Meilenstein ihrer Freundschaft. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron werden am Dienstag in Aachen einen neuen Freundschaftspakt besiegeln. Aachen ist ein beliebter Treffpunkt für beide, im Krönungssaal des Aachener Rathauses erhielt Macron im Mai vergangenen Jahres für seine europäischen Verdienste den Karlspreis.

Als Redner bei der Feier sind der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, EU-Ratschef Donald Tusk, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und der rumänische Präsident Klaus Iohannis vorgesehen, weil Rumänien die EU-Ratspräsidentschaft übernommen hat. Nach dem Festakt im Krönungssaal, der um 10.30 Uhr beginnt, wollen Macron und Merkel mit französischen und deutschen Bürgern diskutieren.

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Le Pen spielt mit anti-deutschen Ressentiments

Kommentar von Nadia Pantel (22/01/2019, SZ)

Die französische Rechtsextremistin schmäht aus Wahlkampfgründen den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag als Verrat an den Franzosen. Ihre Botschaft: Seht her, Macron verkauft euch an Berlin!

Die Beziehungen zwischen Nachbarländern sind oft banal. Franzosen fahren aus dem Elsass mit der Straßenbahn ins deutsche Kehl, um dort im Drogeriemarkt Windeln oder Rasierschaum zu kaufen, weil das günstiger ist als in Frankreich. Deutsche Studenten können von Freiburg aus ohne Umstände Kurse an der Universität Straßburg belegen und so nicht nur eine neue Sprache lernen, sondern auch eine neue Perspektive auf ihr Studienfach bekommen.

Sollten sie sich im Rahmen dieser kleinen Bildungsreise verlieben, wie es Studenten eben tun, und dann vielleicht irgendwann ein Kind machen, wie es manche Verliebte eben tun, können sie dieses Kind in einer Kita betreuen lassen, in der, ebenso wie zu Hause, Deutsch und Französisch gesprochen wird.

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"Der Aachener Vertrag ist unterambitioniert"

Interview von Christian Ramthun (22/01/2019, WirtschaftsWoche)

Hinter dem symbolischen Auftritt von Angela Merkel und Emmanuel Macron in Aachen steckt wenig praktischer Wert. Der politische Vordenker Henrik Enderlein befürchtet eine schleichende Entfremdung zwischen Deutschland und Frankreich.

Herr Professor Enderlein, die Regierungschefs Macron und Merkel wollen in Aachen einen neuen deutsch-französischen Kooperationsvertrag unterschreiben, quasi eine Fortschreibung des einstigen Elysee-Vertrages. Ist das ein weiterer Meilenstein für Europa?
Der Aachener Vertrag ist eher von symbolischer Kraft als von praktischem Wert. Wenn man sich die einzelnen Vertragspunkte anschaut, findet sich eigentlich nichts wirklich neues oder bahnbrechendes. Es ist die Zusammenfassung bekannter Bemühungen und meist die Reduzierung auf einem kleinsten gemeinsamen Nenner.

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