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05. Oktober 2018 - Entlassung des Direktors der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen

Publié par Cécilia Fernandez le 05/10/2018

Belästigungsvorwürfe in Hohenschönhausen: Hubertus Knabe mus gehen

uh/jj (dpa, afp) (Deutsche Welle, 25/09/2018)

Nach Belästigungsvorwürfen gegen einen leitenden Mitarbeiter der Berliner Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen verliert der Direktor seinen Posten. Der Stiftungsrat hat kein Vertrauen mehr in Hubertus Knabe.

Wie die Senatsverwaltung für Kultur in Berlin mitteilte, hat der Stiftungsrat beschlossen, Hubertus Knabe (Archivbild) ordentlich zu kündigen. Wegen interner Ermittlungen werde er vorläufig von seinen Dienstpflichten freigestellt. Der stellvertretende Gedenkstättenleiter Helmuth Frauendorfer, gegen den sich in erster Linie die Vorwürfe richteten, soll zum "nächstzulässigen" Termin gekündigt werden. Er war von Knabe am Montag wegen Sexismusvorwürfen beurlaubt worden.

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Entlassung von Knabe wird für Lederer zum Bumerang

Sven Felix Kellerhoff (Welt, 02/10/2018)

Berlins linker Kultursenator will den politisch unbequemen Chef der Stiftung Berlin-Hohenschönhausen um jeden Preis loswerden. Er instrumentalisierte anonyme Vorwürfe. Jetzt gibt es massiven Protest.

Es ist nicht schwer vorauszusagen: Am Ende dieser Affäre um wirkliche oder angebliche sexuelle Übergriffe an der Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, die von Bund und Land gemeinsam finanziert wird, werden alle verloren haben. Das liegt vor allem an der stiftungs- und arbeitsrechtlich zumindest höchst fragwürdigen Hauruck-Methode, die eingesetzt worden ist, um Stiftungsdirektor Hubertus Knabe von seinem Posten zu entfernen.

Verloren hat natürlich der seit 17 Jahren politisch stets unbequeme, in linken, zumal in Kreisen ehemaliger SED-Kader geradezu verhasste Leiter der Stiftung, die das ehemalige zentrale Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit als Gedenkstätte betreibt. Er ist freigestellt, soll ordentlich gekündigt werden. Es ist schwer vorstellbar, dass er seine Position zurückbekommt – auch wenn jetzt mehrere weibliche Mitglieder des Beirates der Stiftung in einem offenen Brief ausdrücklich seine Wiedereinsetzung fordern.

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Wie man sich eines Feindes entledigt

Kolumne von Jan Fleischhauer (Spiegel Online, 04/10/2018)

Kaum jemand ist bei der Linkspartei so verhasst wie der Berliner Historiker Hubertus Knabe. Jetzt wurde er seines Amtes enthoben - mit freundlicher Hilfe aus dem Kanzleramt. So gehen Intrigen heute.

Anfang April erklärte der brandenburgische CDU-Chef Ingo Senftleben in einem Interview mit der "Berliner Zeitung", warum die CDU auch mit der Linkspartei koalieren könne. "Ich will einen politischen Neuanfang" sagte er. "Ich suche lieber nach Gemeinsamkeiten statt nach Unterschieden, und schließe nicht im Vorhinein alles aus."

Seit Dienstag vergangener Woche wissen wir, wie diese Koalition aussehen könnte. Ihr Gründungsakt ist nicht ein neues Gesetz oder ein Reformvorhaben, ihre erste Tat ist ein gemeinsam ausgewähltes Opfer. An diesem Tag entschied der Stiftungsrat der Gedenkstätte im ehemaligen Stasigefängnis Berlin-Hohenschönhausen, den Direktor der Einrichtung, den Historiker Hubertus Knabe, von seinem Posten zu entfernen. Viele ungewöhnliche Bündnisse sind auf Opferhandlungen begründet, insofern steht der neuen Koalition eine große Zukunft bevor.

Lesern außerhalb Berlins wird der Name Knabe möglicherweise nicht gleich etwas sagen. Für alle im politischen Apparat der Hauptstadt ist der Mann ein Symbol. Wenn es jemanden gibt, den sie auf der Linken hassen - und ich meine wirklich: hassen -, dann ist es der schlanke Historiker mit den strohblonden Haaren.

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Knabes Fall

Hannah Beitzer (Süddeutsche Zeitung, 05/10/2018)

Hubertus Knabe wird als Direktor der DDR-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen entlassen.
Sein Stellvertreter soll Frauen über Jahre sexuell belästigt haben.
Aber es geht auch um alte Feindschaften und Erinnerungskultur, denn Knabe gilt als autoritär und seine Methoden sind umstritten.

Die Berliner Mauer ist in diesem Jahr länger weg, als sie stand. Während aber die Hauptstadt über mehrere Tage das Fest zum Tag der Deutschen Einheit feierte, führt ein Streit zurück in die dunkelsten Kapitel der deutschen Teilung. In das ehemalige Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Heute leiten dort im Auftrag einer Stiftung ehemalige Häftlinge Besucher über das Gelände.

Der Chef der Gedenkstätte, Hubertus Knabe, ist vergangene Woche nach 17Jahren entlassen worden. Sein Stellvertreter Helmuth Frauendorfer soll über Jahre Mitarbeiterinnen sexuell belästigt haben. Diese hatten sich schließlich in einem offenen Brief an den Berliner Kultursenator und Stiftungsratsvorsitzenden Klaus Lederer (Die Linke) und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) gewandt. Ihre Namen wollten sie aus Angst vor beruflichen Nachteilen nicht nennen.

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