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Gerhard Richters Biografie

Publié par Marie Laure Durand le 30/04/2010

"Zum Werkverständnis können biografische Details nur bedingt beitragen, und natürlich muss man erst einmal das Bild kennen" (Beyer/Knöfel, "Mich interessiert der Wahn", in: Spiegel 15.08.2005). Gerhard Richter wurde am 9. Februar 1932 in Dresden geboren. Seine Kindheit verbrachte er auf dem Land in Reichenau, einem Dorf in der Oberlausitz/Sachsen. Mit 16 verließ er die Schule, wanderte mit Laienschauspielern über die Dörfer und malte Bühnenbilder und Reklametafeln, bevor er 1951 an der Kunstakademie in Dresden aufgenommen wurde. Nach der Erkenntnis, unter dem DDR-System nicht ausreichend kreativ wirken zu können, floh er 1961 wenige Monate vor dem Mauerbau in den Westen. Dort studierte er bis 1963 an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Karl Otto Götz, dem bedeutenden Vertreter des "Informel". An der Akademie lernt er Konrad Fischer, Sigmar Polke und später auch Peter Heisterkamp (Palermo) kennen. Zu dieser Zeit machte er erste Fluxus-Erlebnisse, malte nach einer tachistischen Phase Bilder, die als deutsche Pop-art-Version unter dem Begriff "Kapitalistischer Realismus" bekannt wurden. 1963 folgte die Demonstration für den "Kapitalistischen Realismus" im Düsseldorfer Möbelhaus Berges, eine Aktion zusammen mit Konrad Lueg, dem späteren Galeristen Konrad Fischer. 1964 erhielt Richter die Gelegenheit zur ersten Einzelausstellung und wurde bald in vielen in-und ausländischen Galerien sowie Museen präsentiert. 1966 bekam Richter mit seiner Frau Marianne (Ema) Eufinger die erste Tochter, Betty. Sieben Jahre nach Beendigung seines eigenen Studiums an der Düsseldorfer Kunstakademie trat Richter dort seine Professur an. Im folgenden Jahr stellte Richter im deutschen Pavillon auf der 36. Biennale in Venedig die 48 Porträts, Städtebilder, Wolken und Gebirge aus. In den 1970er Jahren folgen zahlreiche Ausstellungen: in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München, in der Städtischen Kunsthalle in Düsseldorf, im Palais des Beaux-Arts in Brüssel. 1977 findet eine Ausstellung im Centre National d'Art et de Culture/Georges Pompidou in Paris statt. Auch in den USA war man auf Richter aufmerksam geworden und richtete ihm Ausstellungen in Chicago, Washington und in San Francisco ein. 1982 heiratete Richter ein zweites Mal: die Bildhauerin Isa Genzken. Mit ihr zog er ein Jahr später nach Köln um, wo er inzwischen mit seiner dritten Frau, Sabine Moritz, lebt und arbeitet. Ab 1993 steigt Richters internationale künstlerische Anerkennung noch weiter an, so dass ihm in den folgenden Jahren eine umfassende Retrospektive mit Stationen in Paris, Stockholm, Bonn und Madrid gewidmet wurde. 2002 feierte das Museum of Modern Art (MoMA) in New York Gerhard Richter anlässlich seines 70. Geburtstags mit einer umfassenden Retrospektive. In ihr wurde mit über 113 Exponaten die dort größte jemals einem lebenden Künstler gewidmete Ausstellung gezeigt. Gerhard Richter thematisierte immer wieder in seinen Werken auch politische Ereignisse, so den Zweiten Weltkrieg oder die RAF. Seit den 90er Jahren gilt der Künstler neben George Baselitz und anderen als der bedeutendste lebende Maler.

 

Pour citer cette ressource :

"Gerhard Richters Biografie", La Clé des Langues [en ligne], Lyon, ENS de LYON/DGESCO (ISSN 2107-7029), avril 2010. Consulté le 22/10/2019. URL: http://cle.ens-lyon.fr/allemand/arts/peinture-et-sculpture/gerhard-richters-biografie