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Würstchen, Sauerkraut und Kartoffelsalat? Das Essverhalten der Deutschen

Einleitung


 
Die Deutschen stehen für Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, hohe Arbeitsmoral und Ordentlichkeit. Im Allgemeinen verbindet ein Nichtdeutscher mit Deutschland, dass die meisten Deutschen blond sind und helle Augen haben, kühl und distanziert auftreten, keinen Humor haben, einen Gartenzwerg besitzen und nur Wurst, Sauerkraut und Kartoffeln essen. (Goethe-Institut Rom, „Typisch deutsch – oder: Wie sind die Deutschen wirklich?“ 2008)
 
So beginnt ein Artikel des Goethe-Instituts über das Thema „Typisch deutsch – oder: Wie sind die Deutschen wirklich?“. Viele dieser Stereotypen, von denen übrigens jedes Land auf seine Weise betroffen ist, finden eine gewisse Legitimität in der Realität und im Vergleich zu anderen Nationen: Im Vergleich sind Deutsche pünktlicher als Spanier, und Wurst, Sauerkraut und Kartoffeln sind tatsächlich auf jeder Speisekarte eines traditionellen deutschen Gasthauses vertreten. Gerade die kulinarischen Vorurteile sind noch stark verankert in den Vorstellungen der Nicht-Deutschen: In einer Online-Umfrage des Goethe-Instituts im Jahr 2011 gaben insgesamt 2091 Franzosen ihre Meinung über Deutschland bekannt (Welt Online, „Liebesgrüße aus Paris“ 06.06.2011). Das allgemeine Resultat ist durchaus positiv: Es zeigte sich, dass lang gehegte Vorurteile abgelegt wurden und Deutschland bei den Franzosen in einem ziemlichen guten Licht steht – außer was das Essen betrifft: Mit stolzen 9,4% steht die Antwort „Essen“ auf Platz 2 der Top Ten von dem, was die Franzosen an Deutschland nicht mögen. Es gilt jedoch zu bedenken, dass bei dieser Angabe nicht deutlich wird, was genau den Franzosen nicht gefällt: Die „deutsche Küche“ oder was die Deutschen tatsächlich essen? Und noch weniger lässt sich ablesen, wie viele der Befragten tatsächlich schon einmal in Deutschland gewesen sind und die deutsche Küche probiert haben, und wie viele davon instinktiv und ohne persönliche Erfahrung an Bratwurst mit Sauerkraut denken. Wenn das Bild des typischen Deutschen mit Birkenstocks, bis zu den Knien heraufgezogenen weißen Tennissocken und Lederhose schnell durch einen Aufenthalt in Deutschland ins rechte Licht gerückt werden kann, ist die Vorstellung des von Schweinebraten und Kartoffeln bestimmten Essverhaltens der Deutschen nicht so leicht vom Tisch zu räumen. Wenn ausländische Touristen nach Deutschland kommen, wollen sie verständlicher Weise auch typisch deutsch essen. Von den wirklichen Essgewohnheiten im Alltagsleben eines Deutschen erfahren sie in den meisten Fällen sehr wenig, wodurch Deutschland in kulinarischer Hinsicht spontan mit Bier, Wurst und Sauerkraut in Verbindung gebracht wird. Und damit schneidet Deutschland in Umfragen nicht besonders gut ab.
Natürlich haben sich die Nahrungsmittelzubereitung und das allgemeine Essverhalten seit der Industrialisierung in den meisten Ländern stark verändert, und auch in der Nachkriegszeit hatten verschiedene Faktoren starken Einfluss auf den Essrhythmus der Europäer und die Wahl der Nahrungsmittel. Doch trotz der Analogien in der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung Europas lassen sich die spezifischen Essgewohnheiten in den verschiedenen Ländern nicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen: Was die Gewohnheiten und die Wahl des Essens angeht, so werden sie durch gesellschaftliche Normen und Konventionen bestimmt, die von Land zu Land variieren.
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Frage, was unter der deutschen Nationalküche verstanden wird und wie sie mit der Realität der deutschen Essgewohnheiten in Verbindung steht. Vorausgehend soll jedoch untersucht werden, wie uns Normen und Gesetze in unserem Essverhalten konditionieren und welche Rolle Lebensstile, Arbeitsrhythmen und Generationszugehörigkeit dabei spielen.


2. Normen und Gesetze in der Esskultur


 
Essen und Trinken stellen sich grundsätzlich als soziales Handeln mit kommunikativer Funktion dar. Sieht man „Essen“ als kulturellen Indikator und in enger Verknüpfung mit dem, was gemeinhin unter Kultur verstanden wird, kann man festhalten: Nur durch das kulturale System der Küche kann der Mensch zur Befriedigung seiner Bedürfnisse Hunger und sozialer Interaktion kommen. Er ist von Geburt an auf kulturelle bzw. gesellschaftliche Hilfe angewiesen, wenn es um die Nahrungsaufnahme geht. Diese Hilfestellung ist nicht unproblematisch: Der Mensch ist fundamentalen, formenden Einflüssen ausgesetzt, die seine Ernährungsgewohnheiten und -verhaltensweisen determinieren. Denn er befriedigt sein Bedürfnis nach Nahrung ausschließlich mit kulturellen Methoden und nach gesellschaftlichen Regeln: „Es sind die Normen und Konventionen einer Gesellschaft, die bestimmen was als Nahrungsmittel angesehen, was und wie es bei welchem Anlaß (in welcher Verzehr-Situation) gegessen wird.“ (Tolksdorf, 2001, 239). Weiterhin kann man eine Unterwerfung unter kulturelle Ethiken und Ästhetiken (so zum Beispiel Tafelsitten) feststellen (Bäumler, 1994, 15). Denn die Internalisierung der Kultur des Essens und Trinkens ist national, regional, religiös, klassen- bzw. schichtspezifisch geprägt und dem Wandel der Zeit unterworfen. Will man diese Beeinflussung als beengendes Moment sehen, gibt sie doch Sicherheit. Mit der Nahrungsaufnahme bewegt sich der Mensch in einem Operationsgefüge, das Orientierung und Kommunikation zwischen Individuen und Kollektiven sicherstellt. Somit wird das Essen und Trinken auch zur Bewältigung einer sozialen Bedürfnis-Situation (Tolsdorf, 2001, 239). Spricht man vom Essen und Trinken in einem kulturellen Rahmen, vom kulturalen System, so sind neben oben genannten Einflüssen besonders Normierungsprozesse von Interesse. Folgendes Zitat soll die besondere Bedeutung der im System enthaltenen regelnden und kontrollierenden Elemente hervorheben:
 
Ein Schweinsbraten kommt in der Natur nicht vor […]. Zwischen dem Anblick eines Schweines und der Realisierung des Gedankens an einen Schweinebraten liegt kulturelle Arbeit. Erlegtes und Geerntetes verzehren wir nur selten in Rohform. In der Küche, einem Kultort mit festgeschriebenen Gesetzen, wird das Rohe zum Zivilisierten und der Nährstoffträger zum richtigen Essen. In jeder Gesellschaft existiert eine Vielzahl konkurrierender Normensysteme und Regeln des gesellschaftlichen Lebens, also Vorstellungen über Reines und Unreines, Maß und Maßlosigkeit, Notwendigkeit und Luxus sowie über Natürlichkeit, Natur, Kultur und Zivilisation. Welche Stoffe, Zubereitungen und Kombinationen in unserer Kultur als eßbar gelten, ist in medizinischen, religiösen oder 'politischen' Diätvorschriften formuliert. Diese festgefügten Vorstellungen von 'ordentlichem Essen' unterliegen auch historischen Verdrängungen. (Bäumler, 1994, 15)
 
Das Nahrungsmittel und seine Verarbeitung unterliegt in seiner Selektion wirtschaftlichen und ökologischen Bedingungen, kulturellen Traditionen und Festlegungen, Glauben und Weltsicht, Geschmack und schließlich sozialer Normierung. Verändern sich die Gewohnheiten der Nahrungsmittelauswahl in einer Gesellschaft, ist dies eine Reflexion obiger Umstände. Ebenso die Zubereitung: Diese kulturelle Technik besteht aus Komposition und einem Gewürzkomplex, die zusammengenommen die spezifische regionale Küche ausmachen. Grund für eine solch differenzierte Herausbildung sind traditionsbestimmte kulturelle Techniken. Sie sind so stark verankert, dass sogar von der Auswahl und Art der Zubereitung, oder sei es auch nur eines landesspezifischen Nahrungsmittels, Rückschlüsse auf eine bestimmte Kultur gezogen werden, die sich in oft negativ konnotierten und abwertenden Ausdrücken wie „Spaghetti-Fresser“ (abwertende Bezeichnung für Italiener) oder „Krauts“ (angloamerikanische Bezeichnung für die Deutschen im Zweiten Weltkrieg) manifestieren.
Unterschiede gibt es jedoch nicht nur in der Nahrungswahl. Auch die Zeitplanung und der Umgang mit Essen variieren je nach Gesellschaft und auch innerhalb der Gesellschaft. Falk (1994) entwickelt in den 1990er Jahren das so genannte Transformationsschema, in dem die Mahlzeiten als ein „sozial, räumlich und zeitlich determiniertes Ereignis“ dargestellt werden (Bartsch, 2010, 163). In den letzten Jahrzehnten kam es immer mehr zu einer Auflösung der traditionellen Norm des gemeinsamen Familienessens, was Bartsch als „Entstrukturalisierungstendenz der Familienmahlzeiten“ (Bartsch, 2010, 163) bezeichnet, wobei das traditionelle Mahlzeitmuster mit drei Mahlzeiten pro Tag weitgehend beibehalten wird: Frühstück zwischen 6 und 9 Uhr, Mittagessen zwischen 12 und 14 Uhr und Abendessen zwischen 18 und 20 Uhr (Bartsch, 2010, 163). Natürlich handelt es sich hierbei um Verallgemeinerungen, da nicht auf alle Lebenssituationen und Einzelfälle Rücksicht genommen werden kann. Im Folgenden soll jedoch eine Differenzierung in Bezug auf zwei Faktoren durchgeführt werden, die das Essverhalten konditionieren: Generationszugehörigkeit und Arbeitsrhythmen.

 

3. Differenzierung des Essverhaltens: Generationen und Arbeitsrhythmen


 
Wir müssen in die jüngere und auch in die ältere Vergangenheit zurückblicken, wenn wir die gegenwärtige Esskultur und damit auch unser eigenes Verhalten verstehen wollen. Die lebensnotwendige Funktion von Ernährung macht es möglich, durch eine Untersuchung der jeweiligen Esskultur eine besonders eindringliche Beschreibung auch kultureller Prozesse anderer gesellschaftlicher Bereiche zu erhalten. Die Esskultur wird dadurch zu einer Art Spiegel, in dem sich nicht nur Essgewohnheiten, sondern auch gesellschaftspolitische Werte und Ordnungen erschließen lassen. Umgekehrt finden die unterschiedlichsten Veränderungen einer Epoche, sei es im Klima oder in der Machtpolitik, ihren mittelbaren Niederschlag in der jeweiligen Esskultur. (Hirschfelder, 2001, 7)

Die Esskultur wird also durch gesellschaftlichen Wandel konditioniert. Damit unterliegt sie ständigen Veränderungen, wodurch sich die Essgewohnheiten einer Generation drastisch von denen der vorhergehenden oder nachfolgenden unterscheiden können, ohne dass eine räumliche Verschiebung stattgefunden haben muss. Deutsche Studenten haben somit oft mehr mit ihren Kommilitonen in London oder Warschau gemein als mit den Rentnern oder Bankiers ihrer Heimatstadt. „Ausdruck dieser Entwicklung ist die Genese einer gruppenspezifischen Ernährungskultur“ (Hirschfelder, 2011, 15), die nicht mehr durch regionale oder Landesgrenzen eingeschränkt werden. In der Nestlé-Studie von 2009 werden u.a. folgende Faktoren genannt, die das Ernährungsverhalten ändern: der wachsende Anteil berufstätiger Frauen, Zunahme der Single- und Zwei-Personen-Haushalte, Individualisierung der Lebensstile, Auflösung fester Rollenmuster und nicht zuletzt die veränderten Beziehungen zwischen den Generationen (Nestlé Studie 2009, 1ff.).
 

3.1. Generation 1: die vom Krieg Geprägten


Dass sich das Essverhalten und auch die Esserziehung in den letzten Jahrzehnten verändert hat, hängt vor allem mit den Veränderungen in der Gesellschaft und der Familienstruktur zusammen. Früher herrschte eine klare Rollenverteilung: Der Mann war der Geldverdiener, die Frau war die Geldverwalterin, jedenfalls was die Nahrungszubereitung für die Familie anging. Ihrer Kontrolle unterlagen Küche, Einkauf und Zugang zu den Lebensmitteln (Bartsch, 2010, 161). Damit wurde die Verwaltung des Ernährungsbudgets der Frau überlassen, die sich in der Nachkriegszeit noch zu gut an den Lebensmittelmangel im und direkt nach dem Krieg erinnern konnte:
Der ärgste Mangel war überwunden, aber nicht vergessen. Er hatte eine Generation so geprägt, dass selbst die Kinder, die 'Kriegskinder', bis in ihr hohes Alter hinein nichts wegwerfen konnten, kein Stück Brot, kein Restchen Bindfaden, keine leere Tüte. […] Die Erinnerung an den Hunger, an die Angst vor dem Hunger war zu stark, als dass die zögerlich beginnenden Wunderjahre alles hätten vergessen lassen. (Schönfeldt, 2010, 160)
Resteverwertung und regionale, saisonale Vollwertküche waren in der unmittelbar dem Krieg folgenden Zeit die Norm. Mit der Einführung der D-Mark 1948 folgte jedoch eine Periode, die man auch als „Fresswelle“ bezeichnet: Sie war gekennzeichnet durch einen „massiven Anstieg der Kalorienversorgung“ (Hirschfelder, 2001, 241). Geschmacksideale waren Sahne, Butter, Alkoholika und vor allem Fleisch – all das, was während des Krieges rationiert worden war. Wenn man die deutsche Küche mit den Gerichten dieser Zeit in Verbindung bringt, ist es also kaum verwunderlich, wenn sie als schwer und fettig bezeichnet. Es ist auch wahrscheinlich, dass sich die erste Stereotypisierung der deutschen Küche in dieser Zeit entwickelt hat, wo sich die Grenzen des Landes langsam wieder den Einflüssen des Auslands öffneten und in den 60er Jahren die Gastarbeiter aus anderen europäischen Ländern einflossen. Würstchen, Sauerkraut und vor allem Kartoffeln waren noch häufiger und vor allem regelmäßiger auf den Tellern der Deutschen zu finden als heute.
Doch trotz der neuen Speiseangebote und Zubereitungsmethoden nach Ende des Krieges waren die grundlegenden Normen der Esskultur erhalten geblieben, so zum Beispiel die Tischregeln und die Struktur der Mahlzeiten, die in der Funktion des gemeinsamen Essens das Gefühl der Gruppenidentität vermittelten: das System der Mahlzeiten, wie man aß, die Kommunikation und die Tischordnung (Hirschfelder, 2001, 244). Wer also den Krieg noch miterlebt hat oder zu den so genannten „Kriegskindern“ gehört, zeigt durch Erziehung, Gewohnheit und den allgemeinen Umständen eine größere Tendenz dazu, die Normen beizubehalten und sich an das traditionelle Ernährungsmuster zu halten.

3.2. Generation 2: Antikonformismus und Abgrenzung von Traditionen


Zu strukturellen Veränderungen kam es erst im Rahmen der Studentenunruhen Ende der 60er Jahre, bei denen bürgerliche Normen im Allgemeinen kritisiert und abgelehnt wurden, darunter auch die Normen der Esskultur. Nunmehr lebten Großteile der Studenten und jungen Erwachsenen nicht mehr im Elternhaus, sondern bildeten neue Formen des Zusammenlebens wie die Kommunen, die Vorreiter der heutigen Wohngemeinschaften (Hirschfelder, 2001, 250). Damit differenzierte sich das Essverhalten dieser neuen Generation grundlegend von dem des Elternhauses. Antikonformismus und Distanzierung von ihrer Herkunft hielten auch Einzug in den Küchen der jungen Erwachsenen dieser Zeit: Ihr Tagesablauf ließ sich von keinen festen Essenszeiten mehr einengen und es kam zu einer allgemeinen Abwendung von der traditionellen Küche ihrer Eltern. Zudem entwickelte sich fast @judith74 (flickr.com/photos/29997533@N03/3483386371/)zeitgleich der neue Trend des Schnellimbiss', der als Zeichen der „Verweigerung bürgerlicher Verhaltensweisen“ (Wagner, 1995, 45) nicht nur im Lebensrhythmus der Studenten schnell festen Fuß fasste. Schon bald wurden Zwischenmahlzeiten, später Snacks genannt, zur Regel, die ihrerseits an Imbissbuden mit Würstchen und den frisch entdeckten und schnell heiß begehrten Pommes Frites zu sich genommen wurden. Mit zunehmender Beliebtheit dieser neuen Form des schnellen Essens verloren die häuslichen Mahlzeiten nach und nach an Gewichtung. Auch wenn sich diese Bewegung und der damit verbundene Bruch mit dem traditionellen Essverhalten durch einen prinzipiellen Wunsch der Distanzierung von bürgerlichen, „spießigen“ Traditionen erklären lässt, der die 60er Jahre kennzeichnet, kam es auch in den Folgejahren zu einer allgemeinen Lockerung und Liberalisierung des Erziehungsumfeldes (Bartsch, 2010, 161).

3.3. Generation 3: junge Erwachsene und Jugendliche in der Überflussgesellschaft


Die Liberalisierung der Erziehung bedeutete unter anderem, dass die jungen Erwachsenen und Jugendlichen freien Zugang zum Kühlschrank und den Lebensmitteln im Haus hatten. In verschiedenen Untersuchungen wurde in Verbindung dazu belegt, dass die wichtigsten Mahlzeiten des Tages zwar weitgehend beibehalten wurden, sich das Essen in neuerer Zeit jedoch tendenziell zu einer „kauenden Nebenbeschäftigung“ (Falk 1994, 31) entwickelt habe. Daraus lässt sich jedoch nicht schlussfolgern, dass die heutigen Erwachsenen weniger Wert auf Produkte oder Zubereitung legen. Die Verschiebung findet eher in der zeitlichen Perspektive statt: Gekocht und warm gegessen wird noch immer, nur lässt es sich im Vergleich zu früher nicht mehr als einen fest einkalkulierten Teil des Alltags darstellen.
In einer Umfrage von Hans-Joachim Linke 2006 für seine Studie über das Zeitmanagement von Essen, Trinken und Lebensstilen kamen grundsätzliche Unterschiede zwischen der Generation heute junger Erwachsener (d.h. Menschen ab 20 bis in die frühen 30er, die einen eigenen Haushalt führen, aber noch in der Ausbildung sind) und der Generation ihrer Eltern zu Tage. Das beginnt schon allein bei den Ausgaben für Lebensmittel:
Einige [der Befragten] nehmen ihre Eltern als Maßstab und unterstellen diesen, auf große Mengen, niedrige Preise, lange Haltbarkeit und einfache Zubereitung bedacht zu sein. Die Rechnung der Eltern, mit dem Kauf großer Mengen Geld zu sparen, lassen sie außer Acht. Sie kaufen in bewusster Absetzung kleine Mengen spontan ein. Standardisiert verpackte, massenhaft abgesetzte Ware halten sie – im doppelten Sinn – für geschmacklos. (Linke, 2007, 154)
 
Das „spontane“ Einkaufen zeugt hierbei von einer nicht mehr vorausplanenden Organisation der Ernährung, sondern von einer dem Zeitgeist entsprechenden (und auch geforderten) Flexibilität. Die früher als Luxusgüter bezeichneten Nahrungsmittel werden bei dieser Generation oft zum Alltag, es wird nicht mehr penibel aufs Geld geschaut bei den Einkäufen und statt Resteverwertung des Vortages werden „in der Absetzung zur elterlichen Küche […] Trends wie der indischen oder der Vollwertküche gefolgt“ (Linke, 2007, 159). Denn wenn Kochen nicht mehr der Alltag ist, wird es automatisch zu etwas „Außer-gewöhnlichem“. Natürlich hängt diese Einstellung zum Essen mit den Arbeitsrhythmen und der Familienstruktur zusammen, wie weiter unten noch genauer erläutert wird.
Dieses generelle Verhalten der Abgrenzung von den Gewohnheiten und Standards der Eltern findet sich auch in vielen anderen Bereichen der Esskultur wieder. So wird zwar von vielen angegeben, dass die mütterliche Küche mit den angenehmsten Erinnerungen verbunden sei, doch hätten sie selber von der Mutter nur wenige Rezepte mit in die neue Wohnung genommen. Die oft gehörte Aussage: „Wenn ich es selber koche, schmeckt's nun einmal nicht wie bei Mutter“, fungiert in diesem Zusammenhang als Legitimation der Änderung des Essverhaltens außerhalb des Elternhauses. Die Mutter ist für diese Generation kein zwingendes „Verpflegungsmodell“ mehr, besonders bei den Mädchen: Haben sie in früheren Zeiten alles zum Kochen Nötige von ihrer Mutter in der Küche gelernt, vertraut man heutzutage lieber auf Rezeptvorschläge, die man Kochsendungen, Zeitschriften, dem Internet und Kochbüchern entnimmt – und die paradoxer Weise oft den Beinahmen „nach Mutters Rezept“ haben (Linke, 2007, 160). Oft ist dieses Verhalten nicht nur damit zu erklären, dass sich Frauen heutzutage nicht mehr mit der klassischen Rollenverteilung identifizieren können/wollen, sondern kann als bewusste Abkehr und Zeichen der Emanzipation vom Elternhaus und dem Erwachsenwerden schlechthin verstanden werden: Ich mache es anders und vor allem besser!
Besonders die heutigen Jugendlichen, die noch im Elternhaus wohnen, weichen von dem traditionellen Schema der Essnormen ab. Ihr Essverhalten unterscheidet sich von dem ihrer Eltern nicht nur in der Zeiteinteilung, sondern auch in der Nahrungswahl. Jugendliche gelten grundsätzlich als „Träger und Gestalter“ der Esskultur: „Sie wachsen in den westlichen Industriestaaten in einem Umfeld auf, in dem Lebensmittel und Speisen im Überfluss als Konsumprodukte offeriert werden und sich traditionelle Essmuster auflösen.“ (Bartsch, 2010, 160) Zudem ist diese Zielgruppe besonders sensibel für die sozialen Botschaften und symbolischen Werte, mit denen die Nahrungsmittel heutzutage belastet sind. So dient die Wahl eines Produkts zur Eingliederung oder Abgrenzung von bestimmten Gruppen, fungiert als Distinktionsmittel und dient der Selbstdarstellung des Individuums (Bartsch, 2010, 167): Döner, Pommes oder Pizza haben bei ihnen mehr Prestige als Schweinebraten und Leberknödel.

3.4. Lebensstile und Arbeitsrhythmen


Das oben beschriebene, nach Generationen differenzierte Essverhalten muss jedoch auch im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Lebensstilen und -rhythmen gesehen werden. Diese sind stark vom gesellschaftlichen Wandel geprägt, der immer weiter in Richtung Individualisierung und Flexibilisierung von Arbeitszeiten tendiert (Bartsch, 2010, 162). Früher befand sich der Arbeitsplatz nicht weit vom eigenen Heim entfernt, die Arbeitszeiten waren geregelt und die drei Hauptmahlzeiten wurden in der Planung einkalkuliert. Auch die Rollenverteilung war noch klar definiert: Der Mann brachte das Geld nach Hause, die Frau kümmerte sich um den Haushalt und bereitete morgens, mittags und abends das Essen zu.
Mit der Entstehung neuer Arbeitsmärkte und der Gleitzeit kann die traditionelle Tageseinteilung nicht mehr für alle gewährleistet werden. Der US-amerikanische Soziologe Richard Sennett spricht vom „flexiblen Kapitalismus“ (Sennett, 1998), bei dem vom „flexiblen Menschen“ verlangt wird, auch für kurzfristige Veränderungen offen zu sein, mehr Risiken einzugehen und sich unabhängig von Regeln und Förmlichkeiten zu verhalten – kurz: mehr Flexibilität zu zeigen. Diesem von Arbeit bestimmten Menschen stellt Hans-Joachim Linke den „Zeitpionier“ gegenüber: Menschen, die „Zeit nicht nur mit Arbeit sinnvoll ausfüllen“ (Linke, 2007, 92) und auf materiellen Wohlstand verzichten zu Gunsten freier Zeit und Lebensqualität.
Das Essverhalten zwischen diesen zwei Typen Mensch ist grundlegend verschieden: Wie man sich denken kann, sind die Essenszeiten bei dem „flexiblen Menschen“ sehr unregelmäßig und unstrukturiert. Bei ihm wird oft außer Haus gegessen, zwischen zwei Terminen in verschiedenen Restaurants mit verschiedenen Kollegen oder Kunden. Abends hingegen ist er zu erschöpft, um sich etwas zuzubereiten und greift mit Vorliebe auf Tiefkühlkost, Fast Food oder den Lieferservice zurück (Linke, 2007, 195). Zeitpioniere hingegen nehmen sich mehr Zeit für die Mahlzeiten (auch wenn die Esszeiten stark variieren können), ernähren sich ausgewogener und greifen öfters selber zum Kochlöffel. Die Lieblingsküchen sind bei beiden Gruppen italienisch, asiatisch oder französisch (Linke, 2007, 167). Die mütterliche Küche wird eher von den Zeitpionieren gepflegt, während sich der „flexible Mensch“ oftmals bewusst von ihr distanziert, um sich gleichzeitig in seinem gesellschaftlichen Aufstieg von seiner eigenen Herkunft zu distanzieren (Linke, 2007, 162).
Zudem zeigen Studien, dass besonders junge erwerbstätige Frauen nicht mehr dazu bereit sind, als Ernährungsversorgerin im Haushalt zu fungieren, was für die Versorgung des „flexiblen Menschen“ noch zusätzliche Probleme bereitet (Bartsch, 2010, 162).
Abgesehen von den Entwicklungen hinsichtlich des Arbeitsrhythmus und der Geschlechterrolle ist auch der demografische Wandel bezüglich der Bevölkerungsstruktur verantwortlich für die Veränderungen im Essverhalten. In den letzten Jahrzehnten ist der Anteil der Single- und kinderlosen Haushalte stark angestiegen: Laut einer Pressemitteilung des GfK GeoMarketings lag der bundesweite Anteil der Ein-Personen-Haushalte im Jahr 2009 bei 39,5 Prozent, womit die Single-Haushalte erstmals den Anteil der Haushalte mit Kindern übertrafen. (GfK GeoMarketing, „Anteil der Haushalte mit Kindern in 2009 erstmals geringer als Anteil der Single- und kinderlosen Haushalte“ 04.02.2010) Simone Baecker-Neuchl vom GfK GeoMarketing:
Die wachsende Zahl der Ein-Personen-Haushalte spiegelt den demografischen Wandel wider. Denn auch der Anteil der Menschen im Rentenalter steigt seit Jahren langsam aber kontinuierlich an. Gerade im Alter wohnen viele Menschen allein – sei es durch Tod des Partners oder Trennung. Zugleich gründen die Jungen immer später offizielle Lebensgemeinschaften oder gar Familien. Die Zeit dazwischen wird also immer kürzer und die Anzahl der Kinder sinkt. Dies schlägt sich entsprechend in den Haushaltsstrukturen nieder. Zudem leben auch immer mehr Menschen aller Altersklassen allein – dies ist besonders in Großstädten zu beobachten, wo der Anteil an Ein-Personenhaushalten oft nahezu die Hälfte aller Haushalte erreicht.
Die Lebensmittelangebote auf dem Markt passen sich an diese Veränderungen an, weshalb es mittlerweile überall Fertigprodukte für den Sofortverzehr oder zur schnellen Zubereitung nach dem Feierabend zu kaufen gibt (so genannte Convenienceprodukte). Auch die Ladensöffnungszeiten sind in diesem Zusammenhang länger geworden (Bartsch, 2010, 162). Im Mittelpunkt steht – Ausnahmen bilden Feiertage und festliche Anlässe – schnelle und einfache Zubereitung (Man denke an dieser Stelle nur an den großen Anteil von Maggi-Fix Produkten o.ä. im Sortiment deutscher Supermärkte.). Es besteht kein Zwang und oftmals keine Möglichkeit zum gemeinsamen Essen, wodurch auch die Notwendigkeit von Einigungsprozessen bezüglich Uhrzeit und Speisenwahl entfällt (Bartsch, 2010, 162).
Die Auswirkungen von Generationszugehörigkeit und Tagesrhythmen auf die Nahrungsaufnahme lassen sich u.a. an den Ergebnissen der Nationalen Verzehrs-Studie des Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel in Zusammenarbeit mit dem Max Rubner-Institut (Verzehrs-Studie 2008) ablesen (differenziert wurde dabei nach Geschlecht, Altersstufen, sozialem Status und Region). Zwischen den Altersstufen der 19-34jährigen und der Generation der 65-80jährigen liegen starke Unterschiede in der Nahrungsmittelwahl: Während der Konsum an Kartoffeln und Suppen/Eintöpfen der letzteren um ein Drittel höher ist, übertreffen die jüngeren Altersstufen ihre Großeltern im Konsum von Teigwaren (besonders Pizza und Nudelgerichten), Knabberwaren und Süßigkeiten (Abschlussbericht 2008). Somit ist es nicht verwunderlich, dass manche Umfragen ergeben, dass die Hausmannskost zu den Leibspeisen der Deutschen zählt, (Welt Online, „Hausmannskost ist das Lieblingsessen der Deutschen“ 12.05.2006) und bei anderen wiederum Spaghetti, Pizza und Schnitzel auf den obersten Plätzen stehen (Financial Times Deutschland, „Die Lieblingsessen der Deutschen“ 16.10.2007). Verallgemeinern lässt sich der Geschmack der Deutschen also nicht, doch aber sehr wohl das, was Ausländer unter der „deutschen Küche“ verstehen.


4. Deutsche Esskultur

 
Nachdem die allgemeinen Normen und Entwicklungen im kulinarischen Zeitmanagement erläutert wurden, gilt es zu klären, was unter der „deutschen (National-)Küche“ verstanden wird. Im Folgenden sollen keine Rezepte aufgelistet, noch soll die historische Entwicklung der typisch deutschen Gerichte nachvollzogen werden. Ersteres lässt sich in den unzähligen Kochbüchern nachlesen, die auf dem Markt sind, und zu letzterem gibt es ebenfalls ausführliche Monographien, die sich eingehend mit der Entwicklungsgeschichte der deutschen Küche befassen (vgl. Hirschfelder, 2001; Peter, 2008; Schönfeldt, 2010). Vielmehr geht es um die Frage, was als „deutsche Küche“ gilt, im Inland wie im Ausland, kurz: Welche Gerichte wurden in unseren Köpfen stereotypisiert und warum? Und was essen die Deutschen wirklich?

4.1. Die deutsche Nationalküche


 
Wenn man nach dem typisch italienischen Essen fragt, kommt einem nicht sofort „trippa“, d.h. Kutteln in den Sinn, auch wenn dies in Rom ein traditionelles Gericht ist. Vielmehr denkt man an Pizza und Pasta, eben solche Gerichte, die importiert oder von uns auf unseren Reisen ins Ausland „mitgenommen“ wurden:
Nationale Küchen sind in der Regel Konstrukte, die ihre Grundlage im Zeitalter der Nationalstaaten, also zumeist im 19. Jahrhundert haben. Diese Konstrukte halfen, die vielfältigen regionalen Küchen zu bündeln und nach außen, dem Fremden gegenüber, ein mehr oder minder einheitliches Bild aufzubauen. (Spiekermann, 2000, 43)
Kulturhistoriker und Soziologen sehen Nationalküchen als stereotypisierte Speisen an, deren Anspruch nicht auf der alltäglichen Realität des Essens gründet (Barlösius, 1999, 148). Auf diese Weise entwickelt sich ein Nationalgefühl, das den Bürgern in Abgrenzung zu anderen Nationen das „Gefühl kultureller Überlegenheit“ (Barlösius, 1999, 148) gibt, oder, aus dem anderen Blickwinkel, von anderen Nationen als abschätzige Kennzeichnung benutzt werden kann: „Die Küche ist dann nur Material, um distanzierende Fremdbilder zu erzeugen“ (Barlösius, 1999, 148). Von diesen Stereotypisierungen, ob positiv oder negativ konnotiert, sind alle Nationen betroffen: Bei Tschechen denkt man an Knödel, bei Amerikanern an Hamburger, bei Spaniern an Paella.
Es ist jedoch problematisch von einer deutschen Nationalküche zu sprechen: So schwierig es war, einen deutschen Nationalstaat zu bilden, so schwierig war es auch, ein kulturelles Zentrum oder kulturelles Vorbild in der Aristokratie zu finden. Die deutsche Küche teilt sich vielmehr in Regionalküchen auf, wobei es vor allem einen Unterschied zwischen der süd- und der norddeutschen Küche gibt (Barlösius, 1999, 147). Den nicht-deutschen Verzehrern deutscher Gerichte ist das verständlicherweise nicht bewusst. Oftmals wissen nicht einmal die Deutschen selbst, was eine Region an Spezialitäten vorzuweisen hat. So wird Deutschlands Küche im Ausland auf das reduziert, was exemplarisch ist und was man im Ausland kennt: Seien es Würstchen, Kartoffelsalat oder Schweinshaxe. Es wäre banal zu kritisieren, dass unsere Küche damit nicht ausreichend charakterisiert würde. In Deutschland beliebte ausländische Gerichte wie Döner, Pizza oder Tortillas werden von den Deutschen schließlich auch plakativ für das Herkunftsland Türkei, Italien und Spanien hervorgehoben. Authentizität wird nur in seltenen Fällen angestrebt; meistens wird das Gericht an die Essgewohnheiten des Ziellandes angepasst. „Wer Döner ißt, meint etwas Türkisches zu essen, wer in die Pizza beißt, glaubt sich Italien nahe“ (Barlösius, 1999, 160), und wer eine Rostbratwurst isst, denkt dabei sofort an Deutschland – aber nicht unbedingt an das Bundesland Thüringen, wo die Rostbratwurst herkommt. Somit werden kulturelle Bedeutungen von Speisen auf eine Weise gesteigert, die sie zu einem zentralen Kennzeichen des Landes macht und die ursprüngliche Zugehörigkeit zu einem bestimmten regionalen oder sozialen Umfeld verdrängt (Barlösius, 1999, 160). Interessant ist in diesem Kontext das deutsche Döner-Phänomen: Beim Welt-Döner-Kongress 2011 wurde festgestellt, dass der Döner erst durch seine Beliebtheit in Deutschland zum Erfolg wurde und somit tatsächlich der „deutsche Döner“ als Modell für den Export ins Ausland genommen wurde (Die Zeit, „Der deutsche Döner ist Weltstar“, 07.11.2011).
Um noch ein Beispiel zu nennen: Ein spezielles deutsches Markenzeichen ist das Hofbräuhaus München. Die Beliebtheit seines Angebots und seines Ambientes führte dazu, dass auch in anderen Ländern Hofbräuhäuser errichtet wurden, darunter nennenswert das „HB“ in Genua, das 2005 als erstes Hofbräuhaus Europas außerhalb Deutschlands errichtet und von deutschen Autoritäten anerkannt wurde. Auf dem Menü stehen neben der traditionellen Bierauswahl u.a. Knödel, Schweinshaxe, Gulasch, Sauerkraut, Kartoffelsalat und Würstchen. Natürlich können die Besucher des Gasthauses diese Gerichte regional Bayern zuordnen. Doch wird durch die Vermarktung und Popularität eben dieser Gerichte die regionale Eingliederung zumeist vergessen und die bayrische Küche mit der Nationalküche verwechselt. Gefördert wird dieses Phänomen durch die Tatsache, dass man im Ausland selten ein badisches oder sächsisches Restaurant findet. Barlösius (1999, 162) spricht in diesem Zusammenhang von „kulinarischer Stereotypenbildung“, die durch die Vermarktung bestimmter Gerichte im In- und Ausland entsteht.
Was die Ausländer als „deutsche Küche“ verstehen, ist somit ein artifizielles, vom Marketing beeinflusstes Konstrukt, das sich über die Landesgrenze hinaus auf vereinfachende Weise mit Deutschland in Verbindung bringen lässt und dabei die regionale Eingliederung der Gerichte vernachlässigt. Doch was essen die Deutschen nun wirklich?

4.2. Deutsche Essgewohnheiten

 
Wie schon oben aufgezeigt wurde, zählt zur Essgewohnheit nicht nur die Lebensmittelwahl, sondern auch die zeitliche Organisation der Mahlzeiten. Und gerade die Planung in der Ernährung fällt heutzutage vielen Menschen schwer, da, wie schon erwähnt, die Leitmaxime der modernen Gesellschaft die Flexibilität ist. Die Notwendigkeit zur Spontaneität ist deshalb groß, was wiederum dazu führt, dass gut ein Drittel der Deutschen unregelmäßige Essenszeiten hat. Es wird sich „zwischendurch“ nur mal schnell ein Snack genehmigt, nicht viel Zeit darauf verwendet, sein Essen gleichmäßig über den Tag zu verteilen und unausgewogen gegessen. Berufstätige nehmen sich oft nur für ihr Abendessen Zeit. Dennoch zeigt die Nestlé-Studie 2011 zum Ernährungstrend der Deutschen: „Die Entstrukturierung des Alltags nimmt zu, gesunde Ernährung wird wichtiger, Preissensibilität lässt nach und regionale Produkte schlagen Bio“ (Nestlé-Studie 2011, 1).
 
Die Einhaltung der drei Hauptmahlzeiten ist mittlerweile nicht mehr die Norm. Wie es in der Nestlé-Studie heißt, wird gegessen, „wenn Zeit dafür ist“ (Nestlé-Studie 2011, 1), das Snackverhalten nehme stetig zu und der „Out-of-Home-Verzehr“ sei der Zukunftstrend. Rund 90 Prozent der Nichtberufstätigen würden Frühstück, Mittagessen und Abendessen noch zu Hause zu sich nehmen, doch bei den Berufstätigen hätte lediglich das Abendessen noch einen fest einkalkulierten Platz: Nur knapp jeder zweite Berufstätige nehme sich Zeit für das Frühstück, für das Mittagessen lediglich 35 Prozent, doch für das Abendessen hingegen rund 67 Prozent (Nestlé-Studie 2011, 13).
Das Frühstück sei die „Mahlzeit mit dem größten Gewohnheitsfaktor“, so in einem Artikel der Zeitung Die Zeit (Die Zeit, „Das essen die Deutschen“ 11.04.2008). Wer frühstücke (immerhin 72 Prozent der Deutschen frühstücken regelmäßig), nehme meistens immer das Gleiche zu sich. Das klassische deutsche Frühstück besteht aus Brot bzw. Brötchen mit süßem oder deftigem Aufstrich oder Frühstücksflocken, wobei Brot und Brötchen mit 73 Prozent an erster Stelle stehen auf der Frühstücksliste, gefolgt von Butter (36 Prozent) und Konfitüre (35 Prozent). Erst dann kommen die herzhaften Zutaten wie Käse (25 Prozent) und Wurst (20 Prozent) (GMF, „Frühstück macht Laune“). Wann gefrühstückt wird, hängt natürlich von der Tagesplanung und dem Arbeits- oder Schulbeginn ab. Rund 17 Prozent der Deutschen würden jedoch auf das Frühstück verzichten, so der Zeit-Artikel: Bei ihnen bestünde größeres Risiko, sich ungesund zu ernähren, da sie die verpasste Mahlzeit durch Schokoriegel oder ähnliches ersetzen würden.
Das Mittagessen findet traditionell zwischen 12 und 14 Uhr statt und besteht aus einer warmen Mahlzeit, während das Abendessen, zwischen 18 und 20 Uhr, lediglich aus einer Brotzeit besteht, d.h. Brot mit verschiedenen Aufstrichen, Wurst und Käse. So jedenfalls in der Tradition. Doch wie schon oben erwähnt bewirkt die allgmeine Entstrukturalisierung, dass besonders das Mittagessen immer mehr außer Haus stattfindet, wodurch sich die klassische warme Mahlzeit oftmals auf das Abendessen verschiebt. Während vor allem unter 30jährige mit ungeregeltem Tagesablauf zur Mittagszeit auf belegte Brötchen zurückgreifen, gehen viele andere Deutsche zu Imbissbuden, Fast Food-Ketten oder in Restaurants. Abends tauen sich viele Berufstätige, die einen Single-Haushalt führen, etwas auf oder rufen den Lieferservice an (vgl. Kapitel 3.4. und die Unterscheidung zwischen „flexiblen Menschen“ und Zeitpionieren). Ein einheitliches Ernährungsmuster für diese Mahlzeiten lässt sich also schwer finden. Einen Einblick in das allgemeine Essverhalten der Deutschen verschaffen jedoch diverse Studien, wie u.a. die Nestlé- Studie oder auch der Abschlussbericht der Verzehrs-Studie des Bundesforschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel. Im Folgenden einige Erkenntnisse (nicht differenziert zwischen verschiedenen sozialen Schichten oder zwischen den Geschlechtern):
 
  • Bewusste Ernährung und Ernährungsdefizite: „Jeder achte Deutsche organisiert seine Ernährung primär unter Gesundheitsaspekten“ (Nestlé-Studie 2009, 5). Auch wenn ein Teil dieser Gruppe besondere Rücksicht nehmen muss, ernähren sich viele Deutsche aus Überzeugung gesund und achten dabei auf abwechslungsreiche und ausgewogene Mahlzeiten. Doch beschränkt sich das Konzept der bewussten Ernährung für viele in Deutschland nicht nur darauf: Herkunft, artgerechte Tierhaltung und Vermeidung von genmodifizierten Produkten lägen noch weiter oben auf der Präferenzskala der Deutschen als die Klassifizierung als Bioprodukt (Nestlé-Studie 2009, 17). So kaufen rund 37 Prozent der Deutschen regelmäßig regionale Produkte, jedoch nur 13 Prozent entscheiden sich regelmäßig für Bio-Produkte (Nestlé-Studie 2011, 4).
Doch trotz steigenden Bewusstseins für gesunde Ernährung sieht man immer noch Schlagzeilen wie „Deutschland ist in der EU am fettesten“ (Stern.de, 20.04.2007) oder „Übergewicht ist in Deutschland fast Normalzustand“ (Welt Online, 02.01.2011). Das Bewusstsein für gesunde Ernährung reicht nicht aus, um sich tatsächlich gesund zu ernähren und die Deutschen sind sich ihrer Ernährungsdefizite bewusst: Sie geben u.a. an zu wenig Obst und Gemüse zu essen, sich den Heißhungerattacken auf Ungesundes hinzugeben, zu wenig zu trinken, zu viele Süßigkeiten zu essen und sich insgesamt zu fetthaltig zu ernähren (Nestlé-Studie 2009, 6). Die Verzehrs-Studie des Bundesforschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel führt an, dass die Mehrheit der Deutschen zu wenig Obst äße. Vor allem die Altersgruppe der zwischen 19-24jährigen unterschreiten die empfohlene Menge (Abschlussbericht 2008, 36). Zudem gaben 32 Prozent der Deutschen in einer GfK-Umfrage (Nürnberg 2007) im Auftrag der „Apotheken Umschau“ zu, auf Fast Food wie Hamburger, Döner, Brat- oder Currywurst und Pommes Frites auf ihrem Speiseplan nicht verzichten zu wollen.
 
  • Die Deutschen lieben die italienische Küche: Das Lieblingsessen der Deutschen bleibt nach der Emnid-Meinungsumfrage Spaghetti Bolognese, dicht gefolgt von Pizza. Mittlerweile gibt es in so gut wie jedem Dorf ein italienisches Restaurant, und Werbeblätter für Pizzalieferservice liegen in jedem Briefkasten. Laut Abschlussbericht der Verzehrs-Studie stehen Brot, Backwaren und Getreide/-erzeugnisse – also auch Teigwaren wie Pizza – quantitativ an obester Stelle des Verzehrs der Deutschen. Interessant ist, dass der Pizzakonsum von Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren wesentlich höher ist als bei den anderen Altersstufen und besonders ab 19 ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen ist (Abschlussbericht 2008, 30).

  • Die deutsche Suppenkultur: Die klassischen Vorspeisen in Deutschland sind entweder Salat oder aber die Suppe. Diese gehöre „zu den traditionsreichsten und beliebtesten Lebensmitteln in Deutschland“, (Abschlussbericht 2008, 47) wobei jede Region ihre eigene Suppenkultur aufweisen könne: in Bayern die Leberknödelsuppe, in anderen Regionen sind unter anderem die Brotsuppe, Erbsensuppe, Kartoffelsuppe oder Linseneintopf sehr beliebt. Mit stiegendem Alter nimmt auch der Suppenverzehr zu, wobei genau das Gegenteil bei Soßen und würzenden Zutaten zu beobachten ist (Abschlussbericht 2008, 49).

  • Die Deutschen und ihr Brot: In Deutschland gibt es über 300 Brotsorten und mehr als 1.200 verschiedene Kleingebäcke, so in einem Bericht der GMF (Vereinigung Getreide-, Markt- und Ernährungsforschung) aus dem Jahr 2004. Damit seien die deutschen Bäcker „Weltmeister im Brotbacken“ (GMF Brotvielfalt 2004, 4). Für 94 Prozent der Deutschen ist Brot tatsächlich „tägliches Brot“, umsomehr noch, seitdem der Außer-Haus-Verzehr eine zunehmend wichtige Rolle spielt: 28 Prozent der Deutschen essen auch außer Haus Kleingebäck. Vor allem die unter 30jährigen, bei denen die Hauptmahlzeiten nicht immer eingehalten werden, greifen gerne auf belegte Brötchen zurück – als Ersatz für die Mahlzeit oder auch als Snack zwischendurch, so in einer Pressemitteilung der GMF (GMF „Verzehrsgewohnheiten im Wandel“). Im Gegensatz zu Franzosen komme es den Deutschen bei der Wahl der Brote vor allem darauf an, dass „das Brot dunkel ist“ (GMF, „Brotvorlieben: Hell oder dunkel - Krume oder Kruste?“): 83 Prozent der Befragten der CMA-/ZMP-Marktforschung gaben an, „ihr“ Brot im Ausland zu vermissen. Lieblingsbrote der Deutschen sind laut einer Umfrage des CMA-Trendbarometers 2006/2007 Vollkorn- oder Schwarzbrote (28 Prozent) gefolgt von Mehrkorn- oder Spezialbroten (24 Prozent) und Roggen- oder Roggenmischbroten (22 Prozent). So genanntes Weißbrot, also Weizenbrote, liegen mit 15 Prozent nur knapp vor den Weizenmischbroten mit 11 Prozent (GMF, „Brot: Aktuelle Hitliste der Lieblingssorten“).

  • Die deutsche Kartoffel: „Die Kartoffel zählt zu den typisch deutschen Grundnahrungsmitteln.“ So isst ein durchschnittlicher deutscher Mann ca. 83g/Tag an Kartoffeln und Kartoffelerzeugnissen, die Frau 65g/Tag (Abschlussbericht 2008, 34), wobei der höchste Verzehr in die Altersgruppe 65-80 Jahre fällt. Dies bestätigt das Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), laut dem Deutschland an 6. Stelle der Erzeugerländer für Kartoffeln steht (auf den obersten Plätzen sind China, Russland und Indien). Seit den 60er Jahren ist der pro Kopf-Verbrauch in Deutschland jedoch rückläufig (Pressemitteilung des BMELV, 28.09.2011). Dies liege laut Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten e.V. (AGEV) daran, dass trotz der Beliebtheit von Kartoffelgerichten in Deutschland die Kartoffel mit negativen Bildern belastet sei: „traditionell, altmodisch, dickmachend“. Die Nachfrage nach frischen Kartoffeln gehe daher stetig zurück, während der Verbraucher stärker zu Kartoffelprodukten greife (AGEV, „Die Entwicklung der Nachfrage nach Kartoffeln“).

    Zuletzt gilt es noch einen letzten Stereotyp zu erwähnen: Sauerkraut. Für viele Nicht-Deutsche ist diese Form des Weißkohls ein typisch deutsches Lebensmittel, und das obwohl der Pro-Kopf-Verbrauch in Frankreich und Amerika höher liegt. (Schlichting GmbH, „Geschichte des Sauerkrauts“) Dieses Bild ist allerdings nicht nur im Ausland vertreten. Berühmte deutsche Dichter und Schriftsteller wie Heinrich Heine oder Ludwig Uhland haben den Sauerkraut in ihren Gedichten und Werken hoch gelobt und unter das deutsche „Kulturgut“ gemischt. So heißt es in der dritten Strophe des „Metzelsuppengedicht“s von Ludwig Uhland (zitiert aus der Online-Bibliothek Lexikus):

    Auch unser edles Sauerkraut,
    Wir sollen's nicht vergessen;
    Ein Deutscher hat's zuerst gebaut,
    Drum ist's ein deutsches Essen.
    Wenn solch ein Fleischlein, weiß und mild,
    Im Kraute liegt, das ist ein Bild
    Wie Venus in den Rosen.

    Somit hat sich auch in Deutschland die Ansicht verbreitet, dass Sauerkraut aus Deutschland komme. Und selbst wenn dies so wäre: Sauerkraut wird in Frankreich und Amerika öfter gegessen als in Deutschland. Doch ist dieses Phänomen ein typisches Beispiel für jeden Stereotyp: Die Bilder in unserem Kopf sind nur schwer durch Statistiken und Zahlen auszuräumen – weshalb Deutschland sicherlich noch über Generationen hinweg das Land von Würstchen, Kartoffelsalat und Sauerkraut bleiben wird.

5. Fazit


Viele Vorurteile finden eine gewisse Berechtigung durch Fakten der Realität. So stimmt es, dass Würstchen ein typisch deutsches Lebensmittel sind, dass man Sauerkraut und Katroffelsalat auf Menükarten deutscher Wirtschaften findet und Leberknödelsuppe eine deutsche Spezialität ist. Doch wie aufgezeigt wurde, werden Vorurteile oft nur durch einzelne Individuen bestätigt, während die Realität der Mehrheit ganz anders aussieht. Somit entspricht die deutsche Küche nicht der Alltagsküche der Deutschen sondern oftmals eher der der Touristen, die etwas „typisch Deutsches“ essen wollen. Natürlich sah die Realität vor noch 60 Jahren ganz anders aus: Es gab noch kein Fast Food, keine Dönerbuden, keine italienischen Restaurants an jeder Ecke. Deutsche, oder besser regionale Küche war damals tatsächlich der Alltag. Doch im Laufe der Globalisierung und der Öffnung der Grenzen kamen neue Einflüsse nach Deutschland, wie im Übrigen auch in jedes andere europäische Land, wodurch sich das Nahrungsangebot drastisch erweitert hat. Zudem ist es heutzutage durch die Ansprüche, die von der Gesellschaft und der Arbeitswelt an den Einzelnen gerichtet werden, gar nicht mehr möglich, sich so zu ernähren wie einst. Wie alle anderen Bereiche des Lebens muss sich auch die kulinarische Welt an die neuen Lebensumstände anpassen, was sie hiermit nachweislich getan hat.

 

Bibliografische Hinweise


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Bartsch, Silke. „Jugendesskultur. Von der Tischgemeinschaft zum „Dauersnacken“?“ in Wilk, Nicole M. (Hrsg.). Esswelten. Über den Funktionswandel der täglichen Kost. Frankfurt a.M.: Peter Lang Verlag, 2010, 159-174.

Bäumler, Susanne; Ottomeyer, Hans; Zischka, Ulrike (Hrsg.) Die anständige Lust. Von Esskultur und Tafelsitten. München: edition spangenberg bei Droemer Knaur, 1994.

Falk, Pasi. The Consuming Body. London: Thousand Oaks, 1994.

Hirschfelder, Gunther. Europäische Esskultur. Eine Geschichte der Ernährung von der Steinzeit bis heute. Frankfurt/Main: Campus Verlag, 2001.

Linke, Hans-Joachim. Doing Time. Die zeitliche Ästhetik von Essen, Trinken und Lebensstilen. Bielefeld: transcript Verlag, 2007.

Möckl, Karl. „Die große deutsche Küche. Formen des Eßverhaltens seit den siebziger Jahren.“ in Protzner, Wolfgang (Hrsg.) Vom Hungerwinter zum kulinarischen Schlaraffenland. Aspekte einer Kulturgeschichte des Essens in der Bundesrepublik Deutschland. Wiesbaden: Franz Steiner Verlag, 1987, 49-64.

Nationale Verzehrs-Studie II. Ergebnisbericht, Teil 2. Die bundesweite Befragung zur Ernährung von Jugendlichen und Erwachsenen. Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (Hrsg.) 2008.

Peter, Peter. Kulturgeschichte der deutschen Küche. München: Beck, 2008.

Schönfeldt, Sybil. Zu Tisch, zu Tisch! Eine literarisch-kulinarische Reise durch das 20. Jahrhundert. Zürich: Arche, 2010.

Sennett, Richard. Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus. Berlin: Berlin-Verlag, 1998.

Spiekermann, Uwe. „Europäische Küchen. Eine Annäherung.“ in Internationaler Arbeitskreis für Kulturforschung des Essens. Heft 5, Januar 2000, 31-48.

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Wagner, Christoph. Fast schon Food. Die Geschichte des schnellen Essens. Frankfurt/Main: Campus Verlag, 1995.

Links zu den Artikeln


http://www.zeit.de/lebensart/essen-trinken/2011-11/fast-food-doener-kongress (aufgerufen am 17. Januar 2012)
http://www.zeit.de/online/2008/14/bg-ernaehrung (aufgerufen am 9. Februar 2012)
http://www.welt.de/printwelt/article216256/Hausmannskost_ist_das_Lieblingsessen_der_Deutschen.html (aufgerufen am 16. Januar 2012)
http://www.ftd.de/lifestyle/genuss/:bilderserie-die-lieblingsessen-der-deutschen/265671.html (aufegrufen am 16. Januar 2012)
http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article13414287/Liebesgruesse-aus-Paris.html (aufgerufen am 9. Februar 2012)
http://www.welt.de/politik/deutschland/article11931379/Uebergewicht-ist-in-Deutschland-fast-Normalzustand.html (aufgerufen am 13. Februar 2012)
http://www.stern.de/wissen/mensch/uebergewicht-deutschland-ist-in-der-eu-am-fettesten-587495.html (aufgerufen am 13. Februar 2012)
http://www.goethe.de/ins/it/lp/ges/mol/tdt/de3375128.htm (aufgerufen am 17. Januar 2012)
http://www.agev.net/wissenswertes/ev/lm-nachfrage/kartoffeln.htm (aufgerufen am 13. Februar 2012)
http://www.sauerkraut.de/index.php?page=42 (aufgerufen am 13. Februar 2012)


Pour citer cet article :
 

Karla Vesenmayer (lectrice ENS Lyon). 2012. "Würstchen, Sauerkraut und Kartoffelsalat? Das Essverhalten der Deutschen ".
La Clé des Langues (Lyon: ENS LYON/DGESCO). ISSN 2107-7029. Mis à jour le 6 janvier 2013
Consulté le 25 octobre 2014
Url : http://cle.ens-lyon.fr/allemand/wurstchen-sauerkraut-und-kartoffelsalat-das-essverhalten-der-deutschen--155269.


Im Deutschunterricht

Unterrichtseinheit der Deutschen Welle zum Thema „So isst Deutschland“ mit Audio-Dateinen und pdf-Dokumenten: www.dw.de
 
 
mise à jour le 6 janvier 2013
Créé le 6 juin 2012
ISSN 2107-7029
DGESCO Clé des Langues