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Daniel KEHLMANN: "Ich und Kaminski"

Publié le : 25 juin 2008
 Die humorvolle Begegnung eines ehrgeizigen Kunstkritikers mit dem Maler Kaminski 

Daniel Kehlmann: Ich und Kaminski, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003, 1. Auflage, gebunden, 174 Seiten. ISBN 13 9783518413951

Sebastian Zöllner ist ein ehemaliger Kunststudent, der eine Biographie über den völlig in Vergessenheit geratenen Maler Kaminski - ein vergessener Surrealist, Zeitgenosse von Picasso und Matisse - schreiben will. Er wünscht sich, durch sein Treffen mit dem Künstler eine besondere Gelegenheit zu bekommen, um mit dieser Biographie in der Welt der Medien berühmt und anerkannt zu werden. Doch dabei scheitert er: Nicht nur lässt Kaminski, dieses alte, tyrannische Genie, seine großen Pläne platzen, sondern sein ganzes Leben scheint nach und nach auf den Kopf gestellt zu werden...

Zöllner ist ein erfolgsgieriger, naiver, heuchlerischer junger Mann, der in Kaminski zunächst nur ein Mittel sieht, um Karriere zu machen: Er missachtet dabei die persönliche Geschichte, die Erinnerungen und Gefühle des Künstlers, die im Roman immer mehr Platz einnehmen, und über die Zöllner schließlich die Kontrolle verliert. Er lässt sich von Kaminski in eine Welt ohne Ruhm und Medien hineinführen, und betrachtet Kaminskis Werk mit ganz anderen Augen.

 

Nach Erfolgen wie « Unter der Sonne » (1999) und « Der fernste Ort » (2001) interessiert sich Daniel Kehlmann im Jahre 2003 für die sehr skurrile sowie grausame Welt der Medien. Durch die Perspektive des ehrgeizigen Sebastian Zöllner bekommt der Leser einen ironisch-komischen Einblick in ein heuchlerisches oberflächliches Milieu, das zudem in krasser Diskrepanz steht zur inneren metaphysischen Welt des Künstlers, wo Gefühle und Erinnerung verinnerlicht und zu einem Werk verarbeitet werden.

Zöllner hat über nichts eine eigene Meinung, er ist sich bis ans Ende nicht einmal sicher, ob Kaminski eine wahres Genie oder nur ein erfolgloser und talentloser Maler ist. Später erweist sich, dass Kaminski die Fäden der Handlung in den Händen hat, und er wird zur einzigen undurchschaubaren Figur: Er scheint für die Kunst zu stehen, die sich am Leben inspiriert, die aber dennoch über den trivialen menschlichen Verhältnissen steht.

Mit viel Humor und Ironie stellt uns hier Kehlmann zwei gegensätzliche Figuren vor, die schließlich entdecken, dass sie doch etwas Gemeinsames haben und etwas von einander lernen können. Symbolisch steht dies vielleicht auch für die Vereinigung der Welt und der Kunst, die den wahren Künstler ausmacht. Durch das Verwirrspiel des Romans (die Spiegelung von Welten und Gegenwelten) sagt uns diesmal Kehlmann Vieles über Manipulation, Lüge und Wahrheit, Kunst und Moral.


Cosima Thiers
élève ENS LSH

Stand: Juni 2008


 

 
 
mise à jour le 4 juillet 2008
Créé le 25 juin 2008
ISSN 2107-7029
DGESCO Clé des Langues