

Mit ihrem Erstlingswerk Tannöd, das bereits 2006 in Deutschland erschienen und bis heute mehr als eine Million Mal verkauft worden ist, hat die damals noch völlig unbekannte Andrea Maria Schenkel, die auch heute noch in einem kleinen Ort in der Nähe des bayerischen Regensburg lebt, in Deutschland "Krimi-Neuland" betreten. Denn Tannöd ist kein klassischer Krimi: Es gibt keinen Ermittler im engeren Sinne, der am Ende die heile Welt wieder herstellen könnte, was schon allein deshalb unmöglich wäre, da Schenkels Figuren nie einfach nur "gut" oder "böse" sind, sondern uns in vielen Facetten die in Jedem schlummernden Abgründe der menschlichen Seele vorführen.
Macht, Gewalt, Sexualität und Trieb sind zentrale Themen in Schenkels 2007 erschienenem zweiten Roman Kalteis, den die Autorin ebenfalls eher als "schwarze Geschichte" denn als Krimi einordnet. Wiederum inspiriert von einer realen Mordserie, geht es um das fiktive Landmädchen Kathi, die im München der dreißiger Jahre ihr Glück sucht, sich aber immer mehr in Gelegenheitsprostitution und die Münchner Halbwelt verstrickt und schließlich zum ersten Opfer des brutalen Sexualverbrechers und Serienmörders Josef Kalteis wird.
Andrea Maria Schenkels jüngstes Werk Bunker, das im Februar 2009 auf dem deutschen Buchmarkt erschienen ist, unterscheidet sich ganz wesentlich von seinen Vorgängern: Der Roman ist rein fiktiv, und auch die ort-zeitliche Einordnung bleibt sehr vage; lediglich ein Satz lässt die Handlung im Deutschland der frühen 1990er Jahre vermuten. | Pour citer cet article : Evelyn Wiesinger. 2009. "Andrea Maria Schenkels 'dunkle Geschichten'". La Clé des Langues (Lyon: ENS LSH/DGESCO). Mis à jour le 8 septembre 2009 Consulté le 8 septembre 2009 Url : http://cle.ens-lsh.fr/80989469/0/fiche___pagelibre/ |
